Kevin John Edusei

BIOGRAPHIE

 
 
© Marco Borggreve

Kevin John Edusei zählt zu den herausragenden Dirigenten seiner Generation.

Immer wieder wird er für die musikalische Dramatik und Spannung gelobt, die er seinem von einem klaren Gefühl für Architektur und Detailtreue charakterisiertem Dirigat verleiht.

Er ist in weiten Teilen Europas - vorwiegend in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden - aufgetreten und hat seine Zeit gleichermaßen auf den Konzertsaal und das Opernhaus aufgeteilt. Er dirigiert ein vom Barock bis zur Moderne reichendes Repertoire mit einem besonderen Fokus auf der Musik der Frühromantik und der deutschen Musik des frühen 20. Jahrhunderts.

Seit dem Jahr 2014 ist er Chefdirigent der Münchner Symphoniker und schließt in dieser Saison mit einer Neuproduktion von Tristan und Isolde seine überaus erfolgreiche Zeit als Chefdirigent am Konzert Theater Bern ab.

Als Gastdirigent dirigierte Edusei so renommierte Klangkörper wie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, die Bamberger Symphoniker, das Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, das Philharmonia Orchestra und in den USA das Colorado Symphony Orchestra. Mit dem Chineke! Orchestra bestritt er 2017 ein aufsehenerregendes Debüt bei den BBC Proms. Im selben Jahr machte er im Rahmen der NTR ZaterdagMatinee im Concertgebouw Amsterdam Furore mit der konzertanten Aufführung von John Adams’ Nixon in China. Die Europäische Premiere von John Luther Adams' Become Desert mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra im Jahr 2019 brachte ihm einhelliges Lob ein.

Während seiner Zeit als Chefdirigent der Münchner Symphoniker hat er unermüdlich das künstlerische Potenzial seines Orchesters erweitert, für neue programmatische Zugänge zur Musik gesorgt und einen engen Kontakt zum Publikum etabliert. 2018 wurden die Münchner Symphoniker in die Exzellenz-Initiative des Bundesministeriums für Kultur aufgenommen. In der Saison 2019/20 wird das Orchester erstmals auf Tournee nach China und Korea aufbrechen.

Als Chefdirigent am Konzert Theater Bern dirigierte er neben einem von der Presse als "mitreißend, leuchtend und historisch informiert" beschriebenen Mozart-Da-Ponte-Zyklus u. a. Peter Grimes, Salome, Herzog Blaubarts Burg, Kát'a Kábanová, Tannhäuser und Ariadne auf Naxos, was ihm das Lob der Neuen Zürcher Zeitung, "die Entdeckung" der Produktion zu sein, einbrachte. Edusei dirigierte an der Semperoper Dresden (Mozarts Die Entführung aus dem Serail und Hindemiths Cardillac), der Volksoper Wien (Die Zauberflöte) und leitete das Orchester der Komischen Oper Berlin in der Produktion Don Giovanni und bei seinem Paris-Gastspiel mit der Zauberflöte. 2018 machte Edusei sein erfolgreiches Debüt an der Staatsoper Hamburg. In der Saison 2019/20 wird er mit einer Neuproduktionen von Tosca an der Staatsoper Hannover und mit The Marriage of Figaro an der English National Opera debütieren.

Die Diskographie Edusei's umfasst CD-Veröffentlichungen mit dem Berner Symphonieorchester, dem Chineke! Orchestra, dem Tonkünstler-Orchester und einen fortgeschrittenen Zyklus der Schubert-Symphonien mit den Münchner Symphonikern.

Geboren im Jahr 1976 in Bielefeld, absolvierte Edusei die Studiengänge Tonmeister, Pauke und Klassisches Schlagzeug und Dirigieren an der Universität der Künste Berlin und dem Royal Conservatory The Hague bei Jac van Steen und Ed Spanjaard. Während des Aspen Music Festivals 2004 ernannte Maestro David Zinman ihn zum Academy Conductor. Er ist Preisträger des von Pierre Boulez initiierten Dirigentenwettbewerbs beim Lucerne Festival 2007 und erlangte mit seinem ersten Preis beim Dimitris Mitropoulos Dirigentenwettbewerb 2008 in Athen erstmals internationale Aufmerksamkeit.


PRESSE

 
 

Konzert Theater Bern
Janáček ·
Kát’a Kábanová

"Orchester und Stimmen top. Dirigent Kevin John Edusei schafft mit dem Berner Symphonieorchester eine atmosphärische Dichte, die mitunter für kalte Schauer sorgt, und er bleibt in der ungeheuren Bandbreite aus spitzen Tönen, donnernder Opulenz und stilisierter Folklore in hohem Masse transparent. Schrille Streicherakkorde werden von einer sehnsüchtigen Violine abgelöst, und das akkurate Bläserstakkato kontrastiert mit einer Flötenpassage, die in ihrer Reinheit an einen sprudelnden Bergbach erinnert. Die vielen Takt- und Harmoniewechsel hat Edusei souverän im Griff. Er schafft damit spannende Stringenz."
Peter Wäch, Berner Zeitung, 20.05.2018
Premiere Kát'a Kábanová, Konzert Theater Bern

"Kevin John Edusei lässt dem Orchesterklang viel Raum, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die Balance mit der Bühne stets gewährleistet wird. Tempi, Fluss, die ohne Pause aneinandergereihten sechs Szenen ziehen einen förmlich in diese durch die Musik sublimierte Tragödie hinein."
Daniel Allenbach, Der Bund, 22.05.2018
Premiere Kát'a Kábanová, Konzert Theater Bern


Staatsoper Hamburg
Verdi · Requiem

"Der Dirigent Kevin John Edusei durfte sich über sein so aufregendes wie genau ausbalanciertes Debüt an der Staatsoper freuen: Das Orchester wirkte taufrisch und motiviert, den Schwung und Überschwang der Partitur brachte Edusei in elegante Form, und die Solisten ließ er bei der Totenmesse stimmlich am Leben [...] Edusei bestätigte den positiven Ruf, der ihm vorauseilte."
Werner Theurich, Spiegel Online, 12.03.2018
Premiere Messa da requiem, Staatsoper Hamburg


"So war diese Inszenierung von Verdis Requiem in erster Linie ein musikalisches Fest. [...] Kevin John Edusei sorgte für einen durchsichtig und gut balancierten Klang des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, da war jede Linie hörbar, und an musikalischer Spannung fehlte es auch nicht."
Elisabeth Richter, Deutschlandfunk, 12.03.2018
Premiere Messa da requiem, Staatsoper Hamburg


Konzert Theater Bern
Wagner · Tannhäuser

"Edusei dirigierte ungeheuer präzis, genau, überlegt. Er strahlte eine große Ruhe und Souveränität aus, war extrem aufmerksam gegenüber den Solisten und dem Chor, sang größtenteils stumm mit, [...] und entwickelte wie nebenbei einen tollen Instinkt für Spannungsaufbau. Das Vorspiel war aufregend, das Orchester schlank besetzt, die Transparenz vorbildlich. Das führte zu einem verblüffenden Erfolg der Sänger."

Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung, 31.04.2017
Premiere Tannhäuser, Konzert Theater Bern

"Die Ouvertüre wird von Kevin John Edusei fein ausgehorcht [...]. Das Staunen über Edusei und sein Orchester setzt sich fort bei den famosen Sängern, die bestens miteinander harmonieren."
Christian Berzins, Neue Zürcher Zeitung 03.04.2017
Premiere Tannhäuser, Konzert Theater Bern

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